Ehemalige Projekte Rehabilitation (bis 2005/eqs.)

MESTA-Studie
gefördert durch BMBF/VDR im Rahmen des bundesweiten Förderschwerpunkts "Rehabilitationswissenschaften"
Metaanalyse aller bundesdeutscher Studien zur Effektivität und Effizienz psychosomatischer Rehabilitation

PAREMO-Studie
gefördert durch BMBF/VDR im Rahmen des bundesweiten Förderschwerpunkts "Rehabilitationswissenschaften"
Studie zur Normierung eines Patientenfragebogens zur Erfassung der Reha-Motivation (PAREMO)

EQUA-Studie
gefördert durch BMBF/VDR im Rahmen des bundesweiten Förderschwerpunkts "Rehabilitationswissenschaften"
Studie zu Varianten der Messung der Ergebnisqualität psychosomatischer Rehabilitation

INDIKA-Studie
gefördert durch BMBF/VDR im Rahmen des bundesweiten Förderschwerpunkts "Rehabilitationswissenschaften"
Studie zur Indikation psychologischer Maßnahmen in orthopädischer, kardiologischer und psychosomatischer Rehabilitation

Zauberberg-Studie I
gefördert durch Karlsruher-Sanatorium AG
Ergebnisse stationärer psychosomatischer Rehabilitationsbehandlungen in der Klinik Schömberg

Ausgehend von den 1984 in der Klinik Schömberg begonnenen Studien wurden bis  2005 insgesamt 11 große Evaluationsstudien zur Effektivität und Effizienz medizinischer Rehabilitation, darunter eine Metaanalyse durchgeführt. Wichtige Kooperationspartner waren neben Prof. Werner W. Wittmann (Lehrstuhl Psychologie II, Univ. Mannheim), Prof. Jürgen Bengel (Institut für Psychologie, Abt. Rehabilitationspsychologie, Univ. Freiburg), Prof. Friedhelm Lamprecht, Abt. Psychosomatik, Medizinische Hochschule Hannover), Prof. Uwe Koch (Medizinische Psychologie des UKE Hamburg) und Prof. Werner Müller-Fahrnow   (Charité Berlin). Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Studien, deren Hauptfragestellungen, die beteiligten Kliniken sowie die Anzahl der Patienten, die daran teilgenommen haben.

 

  Studie Fragestellung Beteiligte Kliniken N
1 MESTA-Studie
(2002 - 2005) *
Metaanalyse aller bundesdeutscher Studien zur Effektivität und Effizienz psychosomatischer Rehabilitation insgesamt 65 Prä-Post-Studien **
2 PAREMO-Studie
(2002 - 2005) *
Studie zur Normierung eines Patientenfragebogens zur Erfassung der Reha-Motivation (PAREMO) insgesamt mehr als 30 Kliniken 4100
3 INDIKA-Studie
(1999 - 2003) *
Studie zur Indikation psychologischer Maßnahmen in orthopädischer, kardiologischer und psychosomatischer Rehabilitation Herz-Kreislauf-Klinik Waldkirch, Gotthard-Schettler- und Sigmund-Weil-Klinik Bad Schönborn, Klinik Reinerzau u.a. 964
4 EQUA-Studie
(1999 - 2003) *
Studie zu Varianten der Messung der Ergebnisqualität psychosomatischer Rehabilitation Kliniken Schömberg, Bad Herrenalb, Kinzigtal und Zell/Ortenau 858
5 GR-Studie
(1993 - 1995)
Studie zu Veränderung von Gesundheitsverhalten und Risikofaktoren im Rahmen psychosomatischer Rehabilitation Klinik Schömberg 292
6 Mutter-Kind-Studie
(1995 - 1998)
Pilot-Studie zu den Ergebnissen der psychosomatischen Mutter-Kind-Behandlungen Klinik Reinerzau 148
7 CED-Studie
(1997 - 2000)
Effektivität und Effizienz der psychosomatischen Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen Klinik Kinzigtal Gengenbach 175
8 Bad Herrenalber Katamnese-Studie
(1992 - 1995)
Effektivität und Effizienz des "Herrenalber Modells" Klinik Bad Herrenalb 317
9 Reinerzauer Katamnese-Studie
(1989 - 1995)
Effektivität und Effizienz tiefenpsychologisch orientierter psychosomatischer Rehabilitation Klinik Reinerzau 560
10   Zauberberg-II-Studie
(1988 - 1992)
Effektivität und Effizienz tiefenpsychologisch orientierter psychosomatischer Rehabilitation Klinik Schömberg 565
11   Zauberberg-I-Studie
(1983 - 1988)
Effektivität und Effizienz tiefenpsychologisch orientierter psychosomatischer Rehabilitation Klinik Schömberg 365

* Förderung durch BMBF/VDR im Rahmen des bundesweiten Förderschwerpunkts "Rehabilitationswissenschaften" 
** In der Metaanalyse wurde keine Patientenzahl (N) angegeben, da die Daten der o.g. Studien mit Schwerpunkt Psychosomatik in dieser Studie enthalten sind und keine neuen Daten erhoben wurden; insgesamt gingen in die Metaanalyse 65 Studien mit einer Ausgangsstichprobe von knapp 30.000 Patienten ein.

Alle Studien (außer der Metaanalyse und der Normierung des PAREMO) wurden als naturalistische Verlaufs-Ergebnisstudien (Single-Group-Pre-Post-Design) mit in der Regel drei Messzeitpunkten (nach Aufnahme, vor Entlassung, Katamnese 1-Jahr nach Entlassung). In einer Studie wurde die Entwicklung der Patienten drei, in einer anderen  fünf Jahre nach Entlassung nachverfolgt. Insgesamt wurden im Rahmen dieser Studien Daten von über 8.000 Patienten erhoben.

Jene Projekte, die sich mit der Effektivität stationärer Rehabilitationsmaßnahmen befassen, zeigen ein weitgehend übereinstimmendes Bild: die Mehrheit der Patienten berichtete von guten bis sehr guten Behandlungseffekten, die auch nach der Behandlung (Katamnese) weitgehend anhielten bzw. sich vom Ausgangszustand deutlich unterschieden. Die Behandlungsergebnisse wurden auch durch externe Daten (Hausärzte, Daten der Krankenkassen), die in zwei Studien mit erhoben wurden, bestätigt. Die vor kurzem abgeschlossenen Metaanalyse  der bundesweit vorliegenden Befunde über die Effektivität psychosomatischer Rehabilitation (Mesta-Studie; Steffanowski et al., 2005) konnte zeigen, dass der gesamte Indikationsbereich der so genannten Psychosomatischen Rehabilitation zum einen als inzwischen gut beforscht und darüber hinaus als hoch effektiv und effizient bezeichnet werden kann.

Auf der Grundlage der frühen Forschungsarbeiten wurden zwischen 1998 und 2005 insgesamt vier Forschungsprojekte (INDIKA-, EQUA-, PAREMO- und MESTA-Studie) von öffentlichen Förderern finanziert. Sie wurden im Rahmen des BMBF/VDR-Förderschwerpunktes Rehabilitationswissenschaften - Forschungsverbund Freiburg/Bad Säckingen (Sprecher: Prof. Dr. Dr. Jürgen Bengel und Prof. Dr. Wilfried Jäckel) nach Antragstellung und unter Leitung von Jürgen Schmidt und Rüdiger Nübling am eqs.-Institut Karlsruhe durchgeführt. Projektmitarbeiter und federführend in der praktischen Umsetzung der Studien waren am eqs.-Institut Andrés Steffanowski (EQUA und MESTA) sowie David Kriz (INDIKA, PAREMO), heute Mitgesellschafter von GfQG.

Die Ergebnisse der Studien sind in zahlreichen Fachpublikationen veröffentlicht.