Ausbildungs- und berufsspezifische Erfahrungen adipöser Jugendlicher nach stationärer Rehabilitation

Förderrahmen: Auftraggeber medinet Spessart-Klinik

Projektleiter: Dr. David Kriz, Dr. Rüdiger Nübling, Dr. Gerd Claussnitzer (medinet Spessart-Klinik Bad Orb)

Projektleiter-EMail: kriz@gfqg.de, nuebling@gfqg.de, dr.claussnitzer@spessartklinik.de

Laufzeit: 01.06.2006 - 31.05.2007

Indikationen: Adipositas, Psychosomatik

Themen: Jugendliche, Berufsperspektiven, Adipositas, Ergebnisqualität, Katamnese,

Hintergrund

Die Veröffentlichung erster Ergebnisse der KIGGS-Studie (Schaffrath et al., 2006) liefert erstmals bundesweit repräsentative Daten, wonach aktuell 25% der Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren von Übergewicht bzw. Adipositas betroffen sind. Die hieraus antizipierbaren gesellschaftlichen Probleme sind immens, so das bereits heute neben der gesundheitlichen Versorgung insbesondere eine normale Teilhabe an einem (späteren) erfolgreichen und kontinuierlichen Erwerbsleben präventiv gesichert werden sollte. Aktuell erscheinen die Möglichkeiten für diese Jugendlichen einen angemessenen Ausbildungsplatz bzw. Beruf zu finden jedoch deutlich erschwert. Ursächlich hierfür ist zum einen, dass viele Berufe hohe körperliche und konditionelle Anforderungen stellen, die häufig nicht erfüllt werden können. Zum anderen ist es in der Konkurrenz mit anderen Bewerbern für adipöse Jugendliche oftmals schwer (z.B. aufgrund bestehender gesellschaftlicher Vorurteile) in Berufe mit häufigem Kundenkontakt (v.a. Dienstleistungsberufe) zu kommen. Empirische Belege für einen solchen Zusammenhang existieren bislang nicht. Spezifische Förderungen für eine optimale Berufsfindung sind selten.

Da medizinische Rehabilitation von adipösen Jugendlichen der Beseitigung bestehender Leistungseinschränkungen und insbesondere dem Aspekt der Teilhabe in Schule, Ausbildung und Berufsleben eine hohe Bedeutung zumisst, stellt eine genaue Informationslage bzgl. der spezifischen Berufschancen eine wichtige Grundlage für die Ausdifferenzierung möglicher Behandlungs- und Förderkonzepte dar.

Ziele und Fragestellungen

Ziel der Studie war es, Schwierigkeiten adipöser Jugendlicher bei Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche näher zu spezifizieren. Ausgangspunkt war die wiederholte Beobachtung negativer Erfahrungen der adipösen, jugendlichen Patienten der medinet Spessart-Klinik. Vor dem Hintergrund der Zielausrichtung einer rehabilitativen Maßnahme auf die Wiederherstellung der Teilhabe in Schule, Ausbildung und Berufsleben entwickelten sich folgende Fragestellungen für das Projekt:

    • Machen adipöse Jugendliche im Alter von 14-20 Jahren aufgrund ihres Körpergewichts spezifische, v.a. negative Erfahrungen bei der Ausbildungsplatzsuche?
    • Welche möglicherweise konfundierenden Variablen (z.B. Alter, Geschlecht, Bildungsgrad, Berufssparte, psychische Belastung, etc.) spielen dabei ein Rolle?
    • Gibt es Hinweise darauf, dass dies Erfahrungen hinsichtlich der konkreten Berufsfelder systematisch variieren?
  • Wie lässt sich die Ergebnisqualität der stationären Behandlung aus der subjektiven Sicht der Jugendlichen bewerten.

Perspektivisch sollte die Pilotstudie auch Hinweise darauf liefern, wie eine Fördermaßnahme im Rahmen des stationären Klinikaufenthalts in der Spessart-Klinik gestaltet sein kann, damit negative Erfahrungen vermindert und bessere Voraussetzungen für einen Start ins Berufsleben auch für adipöse Jugendliche geschaffen werden.